Das Wichtigste in Kürze
- Jede Agentur nutzt ihren eigenen Vertrag; eine Standardvorlage, der man blind trauen kann, gibt es nicht.
- Satz, Basis, Leistungsumfang, Zugang und Kündigung gehören ins Dokument – nicht nur ins Gespräch.
- Vorsicht bei Klauseln, mit denen die Agentur Bedingungen allein ändern oder Rechte über das Ende hinaus behalten kann.
- Auch Privatsphäre gehört in den Vertrag: Wer sieht deinen bürgerlichen Namen, Ausweis und deine Adresse?
Die Checkliste: Was im Vertrag stehen sollte
- Vertragspartner: vollständiger Firmenname, Adresse und eine Kontaktperson, die du wirklich erreichst.
- Leistungsumfang: welche Aufgaben die Agentur übernimmt, auf welchen Plattformen und Social-Media-Kanälen.
- Vergütung: Prozentsatz, Berechnungsbasis (vor oder nach Plattformgebühr), Abrechnungszeitraum, Währung und Zahlungsweg.
- Dein Teil: welche Inhalte, Freigaben und Termine von dir erwartet werden.
- Zugang: welche Berechtigungen das Team braucht, wofür, und wie sie wieder entfernt werden.
- Content: dass dein Content dir gehört, wofür die Agentur ihn nutzen darf und was nach dem Ende gilt.
- Exklusivität: ob sie gilt, für welche Plattformen und wie lange.
- Laufzeit und Kündigung: Mindestlaufzeit, Verlängerung, Kündigungsfrist und Form der Kündigung.
- Vertraulichkeit und Daten: wie dein bürgerlicher Name, deine Dokumente und deine Adresse geschützt werden.
- Sprache und Recht: eine Vertragssprache, die du vollständig verstehst, und welches Recht gilt.
Faire Formulierung oder Grund zum Innehalten?
| Klausel | Fair, wenn … | Innehalten, wenn … |
|---|---|---|
| Provision | Fester Satz, definierte Basis und eine Beispielrechnung | „Netto“ nicht definiert ist oder die Agentur ihren Anteil allein ändern darf |
| Zugang | Delegierter Zugang für benannte Aufgaben; Login, 2FA und Auszahlungen bleiben bei dir | Nach Passwort, 2FA-Codes oder neuen Auszahlungsdaten gefragt wird |
| Content | Dein Content bleibt deiner und wird nur für die vereinbarte Arbeit genutzt | Unbegrenzte Rechte an deinem Content, auch nach Vertragsende |
| Exklusivität | Plattformen und Zeitraum sind genau benannt | Ein pauschales Verbot anderer Tätigkeiten, womöglich über das Ende hinaus |
| Änderungen | Nur schriftlich und mit Zustimmung beider Seiten | Eine Seite Bedingungen allein anpassen darf |
| Ausstieg | Eine normale Kündigung kostet nichts extra; offene Beträge werden abgerechnet | Hohe Vertragsstrafen oder „Ablösesummen“ drohen |
| Privatsphäre | Klare Regeln, wer deine persönlichen Daten sieht | Kein Wort dazu, wie mit Ausweis und Adresse umgegangen wird |
Weitere Punkte, die du kennen solltest, sammelt unser Beitrag zu Warnsignalen bei OnlyFans-Agenturen.
Rechne nach, bevor du zustimmst
Lass dir eine Beispielabrechnung geben und prüf sie selbst. Zahlen Fans 6.000 $, behält OnlyFans 1.200 $, es bleiben 4.800 $. Ein Anteil von 30 % davon sind 1.440 $ – dir bleiben 3.360 $ vor Steuern und Kosten. Dieselben 30 % von den vollen 6.000 $ wären 1.800 $.
Schreib die Basis deshalb in den Vertrag; das Wort „netto“ allein reicht nicht. (Die 30 % sind hier nur ein Beispielsatz.)
Lies den Ausgang vor dem Eingang
Wie du gehen kannst, verrät viel darüber, wie du behandelt wirst, solange du bleibst. Prüf, ob es eine Mindestlaufzeit gibt, ob sich der Vertrag automatisch verlängert, wie lang die Kündigungsfrist ist und an wen und in welcher Form die Kündigung gehen muss.
Schau dann, was am letzten Tag passiert: Schlussabrechnung, offene Aufgaben, Entfernen der Zugänge. Unsere Checkliste für den Agenturwechsel hilft dir, diesen Moment in Ruhe zu planen.
Was in unserer Vereinbarung steht
- Anteil: 25–50 % des Umsatzes nach Plattformgebühr, auch auf bereits bestehende Einnahmen; keine Vorab- oder Zusatzgebühren. Satz und Leistungsumfang werden vor dem Start schriftlich festgelegt.
- Kündigung: monatlich oder sofort in gegenseitigem Einvernehmen.
- Dein Account: Eigentum, Login, 2FA, Wiederherstellungsdaten und Auszahlungen bleiben bei dir. Wir arbeiten über delegierten Zugang, wo die Plattform das unterstützt, und du kannst ihn entziehen.
- Dein Wort zählt: Du gibst Content und Grenzen frei.
Was das in Zahlen bedeutet, erklärt unser Beitrag Was kostet eine OnlyFans-Agentur?
Noch unklar – oder schon unterschrieben?
Markier die Klausel, erklär, was du brauchst, und bitte um eine überarbeitete schriftliche Fassung. Ein freundliches „Mach dir darüber keine Gedanken“ im Gespräch ändert das Dokument nicht. Bei Exklusivität, Rechten am Content oder langen Bindungen sollte vor der Unterschrift eine Anwältin oder ein Anwalt draufschauen.
Schon unterschrieben? Lies zuerst die Klauseln zu Laufzeit, Kündigung, Content und Zugang und notier dir alle Fristen. Kündige in der vereinbarten Form und bewahr den Nachweis auf. Endet die Zusammenarbeit, entferne die Zugänge des Teams, prüf aktive Sitzungen und ändere dein Passwort, falls es jemals jemand hatte.
Häufige Fragen
Gibt es eine Vorlage für einen OnlyFans-Managementvertrag?
Nein. Jede Agentur nutzt ihren eigenen Vertrag, und eine Vorlage aus dem Internet passt selten zu deiner Situation. Prüf mit einer Checkliste wie dieser den Vertrag, der dir tatsächlich angeboten wird.
Darf eine Agentur nach dem Ende Rechte an meinem Content behalten?
Das regelt die Rechteklausel. Achte auf Formulierungen, nach denen dein Content dir gehört und jede Nutzungserlaubnis mit der Zusammenarbeit endet. Ist die Klausel weit gefasst oder unklar, bitte vor der Unterschrift um eine Änderung.
Kann ich einen OnlyFans-Managementvertrag monatlich kündigen?
Das hängt vom Vertrag ab; manche Agenturen vereinbaren Mindestlaufzeiten. Bei uns kannst du monatlich kündigen oder sofort in gegenseitigem Einvernehmen.
Brauche ich eine Anwältin für meinen Vertrag?
Bei wichtigen Pflichten wie Exklusivität, Rechten am Content oder langen Mindestlaufzeiten ist eine rechtliche Prüfung sinnvoll. Diese Checkliste dient nur der Orientierung und ist keine Rechtsberatung.
Du möchtest unsere Bedingungen lesen, bevor du irgendetwas entscheidest? Frag uns vertraulich – wir antworten innerhalb von 12 Stunden und halten alles schriftlich fest, bevor wir starten.